| Bilder und Text: Wiltrud
Hammelstein Zum 5. Mal stachen vom 18.-25.
September 1999 10 Fulbrighter zusammen mit anderen
Segelbegeisterten auf dem Topsegelschoner
"Albatros" in See. Für den FAeV wurde die
Reise von Siglinde Kaiser organisiert, die leider selber
nicht mitkonnte. An dieser Stelle möchten wir Siglinde
ein grosses Danke für ihre Organisation aussprechen.
All pictures are clickable!
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 Der Proviant
ist verstaut, es kann losgehen.
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 Vor dem
Auslaufen: Wir proben den Ernstfall.
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 Die Segel
werden gehisst (Holger Nettbaum, Ralf Medow, Reinhard
Koch).
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| Nach und nach trafen die Mitsegler am 18.
September gegen Mittag am Satory-Kai in Kiel ein, wo
neben unserem Schiff noch die "Seute Deern "
und die "Amphitrite" auf ihre neue Besatzung
warteten. Der Segeltörn wird von Clipper-Deutsches
Jugendwerk zur See organisiert. Dieser Verein hat sich
zur Aufgabe gemacht, auf 4 Segelschiffen zumeist
Jugendlichen die traditionelle Segelei beizubringen. Wir
vom FAeV. veranstalten seit 1991 alle 2 Jahre einen
einwöchigen Segeltörn in der Ostsee mit Clipper. In
diesem Jahr war der Zuspruch von Mitgliedern leider nicht
so hoch, so dass Clipper noch andere Mitsegler für
unseren Törn dazugestellt hatte (was bei so manchem auf
sehr positive Resonanz stiess:-). Insgesamt waren neben
den 6 Personen Stammcrew (Kapitän, 3 Steuerleute,
Maschinist und Koch), 10 Fullies und 7 weitere Mitsegler
aus ganz Deutschland an Bord. Kapitän Joachim (bei
Clipper sind alle per Du) begrüsste die Besatzung, gab
Hinweise zum Verlauf (wir segeln heute um 15:00 in Kiel
los und kommen am 25.9. vormittags in Arhus, Dänemark
an, alles andere werden wir nach Wind und Wetter
entscheiden). Vorher hatte er schon die Kojen zugewiesen
und die Einteilung in die drei Wachen vorgenommen, die
alle 3 bzw. 4 Stunden wechseln würden.
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 Unser Smutje
Peter "Petersilie"
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 Das
Klüvernetz ist für den Ausguck gut geeignet.
Vorausgesetzt, man sitzt richtig herum.
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 Unser Albatros
vom Ausguck aus.
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| Jede Wache bestand aus einem Steuermann
und den Deckshänden, also uns. Jede Wache war für einen
Teil der Segel zuständig, die A-Wache für die Vorsegel,
die B-Wache für das Gross-Segel und die C-Wache für das
Besan-Segel. Vor dem Ablegen übte jede Wache das
Segelsetzen an "ihren" Segeln und versuchte
schon mal, sich den Ablauf und die Namen der
verschiedenen Tampen zu merken. Was ist eine Schot, wo
ist das Klaufall belegt, wieso heisst die Dirk Dirk, (und
nicht Egon oder Helmut, wie eine Mitseglerin fragte).
Segeln hat eine eigene Sprache und die muss man erstmal
lernen. Das geht bei Clipper aber relativ leicht, denn
der Stammcrew ist bewusst, dass sie es in den meisten
Fällen mit Laien zu tun hat. Dementsprechend
gestaltete unser Kaptäin auch die Route. Am Samstag ging
es erstmal aus der Kieler Bucht raus. Abends ankerten wir
dann, um die erste Nacht in (relativer) Ruhe zu
geniessen. Relativ, weil auf dem Boot immer jemand über
die Holzplanken läuft, Schnarcher sich gegenseitig mit
Lautstärke ausstechen wollen und die Pumpe der Toiletten
vor allem zu den Wachwechseln gut zu hören war.
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 Ralf Medow
spleißt.
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 Dagmar
Schreiber und Amelie Elkik in den Wanten.
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 Jürgen
"Schraube" übt für den nächsten Wake-up
call.
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| Am Sonntag morgen (wie auch an den
anderen Morgenden) wurden alle Schläfer unsanft von
einem weiteren unbekannten Geräusch geweckt. Unser
Maschinist Jürgen "Schraube" hatte sein Horn
mitgebracht und blies allen pünktlich um 6:30 Uhr den
Marsch. Denn um 7:00 Uhr gab es "All Hands" an
Bord zum Anker lichten. Nicole Erickson, amerikanische
Fulbrighterin, entpuppte sich als "Super-Women"
(Tam-tam-tam-tam-tam), denn ohne Zögern blieb sie an der
Winsch und hiefte mit wechselnden Partnern den Anker mit
der Ankerkette von 40 Metern. |
 In der Kirche
von Assens. Die Dänen sind ein Seefahrervolk.
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 Fullies
spielen überall.
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 Reinhard Koch
schießt Tampen auf. Ordnung muss sein. Auch wenn in zwei
Minuten die nächste Wende ansteht.
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| Danach ging es weiter Richtung Kleinen
Belt. In Assens machten wir Sonntag abend fest, und
blieben dort bis Dienstag morgen, da draussen ein Sturm
für Windstärken sorgte, die unser Kapitän uns nicht
zumuten wollte (am Sonntag waren schon einige etwas grün
im Gesicht geworden). In Assens liessen wir das Dinghi
und unser Schlauchboot zu Wasser und so mancher zeigte
sein ganzes seglerisches Können. Dieses wurde auch am
Dienstag von unseren Rudergängern gefordert: es hiess,
unser 35 Meter langes und knapp 7 Meter breites Schiff
bei Middelfart und Fredericia unter 2 Brücken
hindurchzusegeln. Auch wenn jeder an Bord wußte, dass
unsere "Albatros" mit einer Höhe von 27 Metern
locker unter den Brücken durchkommt, wurden alle
merklich still, als die erste Brücke näher kam und
Erleichterung machte sich briet, als der Grossmast unter
der Brücke durch war. Gestärkt durch diesen Erfolg
nahmen wir Fahrt auf: vor uns segelte unser
Schwesterschiff, die Amphitrite. Warum auch immer, wir
schafften es, an sie heranzusegeln. (Unsere Steuerleute
wissen bis heute nicht, warum wir es geschafft haben, da
die "Albatros" als das langsamste Schiff in der
Clipper-Flotte gilt). Als wir die "Amphi" in
unserem Windschatten hatten, nutzte ihr auch nicht mehr
die Signalisierung per Flaggen, dass wir wegbleiben
sollten, da sie Mienen berge:-). Der Triumph war unserer,
als wir unter vollen Segeln (wir hatten alle Segel
gesetzt, die wir hatten) an der Amphi vorbeizogen. Unser
Maschinist Jürgen "Schraube" intonierte
passend "We are the Champions". |
 Wir ziehen an
der "Amphi" vorbei.
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 Sonnenuntergang.
Ja, es war so schöööön...
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 Nicole
Erickson und Jürgen Guldner lächeln trotz 18 Grad
und Quallen.
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| Am nächsten Tag ließ der Wind nach, die
Sonne schien, und die Freiwachen sprachen mehr und mehr
dem "Wohlleben" zu: Shorts an, die Wanten rauf
zum Topsegel, und die Lieblingsbeschäftigung aller
Freiwachen mit zunehmender Konkurrenz der Ausgucker und
sich findenden Päärchen: ab ins Klüvernetz! So über
dem Wasser schweben ist Erholung pur, man hat das ganze
Boot im Blick und wenn dann ein Backschafter einem noch
Kaffee bringt: was will man mehr? Unser Kapitän machte
sich an diesem Tag sehr beliebt. Er verkündete: Wir
machen gerade 0,0 Fahrt, sprich wir stehen. Das hiess
für die ganz Mutigen: umziehen, Badeklamotten an und
rein in die 18° Grad warme Ostsee. Eine Handvoll, unter
ihnen natürlich unser Super-Women Nicole und ein
gewisser Obelix, liessen sich das nicht zweimal sagen.
Hinein gingīs ins kühle Nass mit mehr oder weniger
Anmut beim Kopfsprung. Die Quallen fanden die neuen
Kumpane auch wohl sehr spannend. Sie begleiteten uns
weiter Richtung Norden. Nach soviel Aufregung am Tag
gingen wir abends im Hafen von Colby Kas auf Samsö an
Land. Steuermann Rüdiger wurde wie immer ausgeschickt,
um die Brötchenversorgung für den nächsten Morgen
sicherzustellen und meine Aufgabe bestand darin, die
örtlichen Duschen zu inspizieren und die
Duschmarkenversorgung sicherzustellen. Alles kein Problem
und so zogen die ersten mit Handtuch und Duschgel aus und
betörten die Zurückgebliebenen mit frischem
Körperduft. Das "Jungvolk" an Deck zog los,
um die örtlichen Kneipen zu entdecken. Wir
"Erwachsenen" versuchten, unsere Becks und
Sherry Vorräte niedezumachen beim Skat und Siedlerspiel
in der "Messe", der guten Stube eines Bootes.
Kapitän Joachim spann dazu Seemannsgarn und erzählte
Dönnerkes aus seiner Fahrt zur See. |
 Smutje Peter
macht Pizza.
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 Nicole
"Superwoman" Erickson in einer Pause.
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 Vom Smutje
kredenzte Köstlichkeiten.
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| So verbrachten wir Tage auf See bei allen
Wettern (Wind, Regen, Flaute, Sonne) und die Nächte
entweder vor Anker oder in Häfen. Verwöhnt wurden wir
von unserem Smutje Peter "Petersilie", der sich
immer wieder Köstlichkeiten für uns 23 Leute einfallen
liess. Nur den gefroren Quark schaffte er nicht, zu etwas
Essbaren zu verarbeiten (Anm. der Verfasserin: wer im
Verein weiss, warum einmal gefrorener und dann
aufgetauter Quark nicht mehr seine Konsistenz
wiedererhält und man ihn nur noch wegschmeissen
kann).Und auch liess er sich nicht vom ständig
geäußerten Wunsch einer einzelnen Dame erweichen, zum
Abschluss Lapskaus zu machen. Dafür gab es am letzten
Tag Pizza und Kapitänīs Dinner (Roast Beef mit einer
himmlischen Remoulade). Wir in der Backschaft (aus jeder
Wache wurde jeden Tag einer abgestellt; diese drei
durften von 6:30 bis Mitternacht dem Smutje helfen bei
den niederen Küchentätigkeiten wie z.B. spülen, Kaffee
und Tee kochen und den Tisch auf- und abdecken
[Hammelstein, Wiltrud] ) hatten hier alle Hände voll zu
tun, genossen aber den Vorteil, dass wir nach dem Essen
in der Kombüse dann noch die diversen Schüsseln
auslecken durften. |
 In Colby Kas.
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 Jugend
forscht: Gefrorener Quark in der Fettpresse.
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 Kapitän's
Dinner am letzten Abend: Ein Hoch auf den Smutje!
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| Am Samstag liefen wir dann als letztes
Schiff der Clipper-Flotte bei strömenden Regen in Arhus
ein. Wir hatten noch ein paar Stunden Zeit, bis die
Ablösung per Bus kommen sollte. Und so konnten wird dann
nach getanem Klar-Schiff einen Stadtbummel durch Arhus
machen. Einige nutzten den Abstecher, um die nationale
Köstlichkeit Dänemarks, den roten Pölser, zu kosten. |
 In Arhus: alle
vier Clipper-Schiffe zusammen.
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 Der rote
Pölser musste sein.
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 Die Crew.
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| Als der Bus kam, hiess es dann Gepäck
verladen und Aufstellung zum Gruppenfoto, welches der
krönende Abschluss einer sehr schönen Reise war. In
zwei Jahren soll es die nächste Reise geben. Der
Zeitpunkt wird sicherlich rechtzeitig über die
Vereinsmedien bekannt gegeben. |